Johann Zistler

KOMMANDANT VON 1946 – 1951:

Als im Mai 1946 der damalige Echinger Bürgermeister Paul Käsmaier im Auftrag der Millitärregierung einen Feuerwehrkommandanten zu bestimmen hatte, fiel seine Wahl auf Johann Zistler, der kurz zuvor im Alter von 26 Jahren aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war.

Die Feuerwehr bestand damals aus 28 Mann. Übungen waren nur sonntags von 10:00 – 12:00 Uhr oder von 14:00 – 16:00 Uhr erlaubt. Wer nicht zur Übung erschien, hatte je nach Alter drei bis fünf Mark Strafe an die Gemeindekasse zu entrichten.

Eingehoben wurde der Betrag durch den Gemeindediener in der Person von – Johann Zistler. Diese Amt übte er nämlich neben dem des Kommandanten und Fleischbeschauers zusätzlich aus. Wegen des nächtlichen Ausgangsverbots erhielt Kommandant Zistler eine schriftliche Sondergenehmigung in deutscher und englischer Sprache, um auch nach 22:00 Uhr im Ort nach dem Rechten sehe zu dürfen.

Englisch war auch seine Funktionsbezeichnung auf dem Feuerwehrärmelabzeichen, nämlich „Fire-Dept.“ (Fire Department = Feuerwehr), bairisch dagegen die Ausprache: „Feuerdepp“. Dass Zistler gute Führungseigenschaften besaß, bewies er im Mai 1974 bei der ersten Inspizierung durch den gestrengen Herrn Kreisbrandinspektor Paul Wagner.

1948 wurde die Mannschaft auf 36 Aktive aufgestockt, jedoch mangelte es an intakten Feuerwehrschläuchen. Pro Monat erhielt Zistler aus der Gemeindekasse DM 25.00 zum Kauf von Schlauchbinden, mit denen die von den harten Kriegseinsätzen stark in Mitleidenschaft gezogenen Schläuche notdürftig repariert wurden. Welche Freude war es da für den „Hans“, als er 1948 drei neue Schläuche kaufen durfte! Besonders freute ihn auch das Bezugsrecht für 5 Liter Benzin mehr im Monat, die ihm als Kommandant zustanden, ansonsten hätte er für sein Sachs-Motorrad nur 10 Liter zur Verfügung gehabt.

Am 15. August 1949 mußte sich die Echinger Wehr beim Großbrand auf dem Gut Engelen in Hollern bewähren, wo die aus dem Jahre 1936 stammende Motorspritze „Flader“ die Wasserförderung übernahm. Ebenfalls wurde die Feuerwehr zu einem Brand auf dem Anwesen Lochmann nach Lohhof gerufen. So gesehen hat die Echinger Wehr in den ersten Nachkriegsjahren unter schwierigsten technischen und finanziellen Bedingungen dennoch den Brandschutz ernst genommen, mit ein Verdienst von Johann Zistler, der bis 1951 ein nicht immer leichtes Amt zu bekleiden hatte.

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